Die ÖNSOR hat am 3. Juli ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Mehr als 70 Kooperations- und Projektpartner, Förderer sowie langjährige Weggefährten kamen dazu nach Rotenburg (Wümme). Auch Christian Meyer, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, machte auf seiner Tour durch Niedersachsen einen Zwischenstopp in Rotenburg und würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung der Ökologischen Stationen für die Betreuung von Schutzgebieten vor Ort.
Sarina Pils, Leiterin der ÖNSOR, begrüßte die Gäste herzlich und dankte ihnen für die langjährige gute Zusammenarbeit sowie für ihre finanzielle und ehrenamtliche Unterstützung. „Naturschutz geht nur miteinander. Wir können viel für den Natur- und Artenschutz erreichen, wenn alle an einem Strang ziehen“, so die NABU-Mitarbeiterin.
Prof. Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen, erinnerte in seinem Grußwort an die Einrichtung der 12 Ökologischen Stationen im Jahr 2016, zu denen auch die ÖNSOR gehörte. Zudem hob er die gute Kooperation mit den Landkreisen Rotenburg und Stade sowie den Forstämtern Harsefeld und Rotenburg hervor. „In enger Abstimmung mit den Flächeneigentümern, den zuständigen Behörden und durch die Einbeziehung des Ehrenamtes und weiterer Akteure ist diese Art der Einrichtung in besonderem Maße geeignet, eine langfristige Schutzgebietsbetreuung zu gewährleisten“ so Buschmann.
Umweltminister Christian Meyer sprach über die Bedeutung der Ökologischen Stationen für die Schutzgebietsbetreuung. Außerdem ging er auf die aktuelle Finanzierung und die Fortführung der inzwischen 28 verbands- und stiftungsgetragenen Stationen in Niedersachsen ein.
Meyer betonte, Niedersachsen investiere stark in den Natur- und Artenschutz, um die natürlichen Lebensgrundlagen zu sichern. Die Ökologischen Stationen seien ein zentraler Baustein des Niedersächsischen Weges und für dessen Umsetzung unverzichtbar. Erst durch die Vor-Ort-Betreuung der NATURA-2000-Gebiete durch die Ökologischen Stationen könnten wertvolle Lebensräume effizient geschützt sowie angestrebte Naturschutzziele erreicht und umgesetzt werden. Die Ökologische NABU-Station Oste-Region leiste dabei insbesondere in den Bereichen Moorrenaturierung, Grünlandpflege und Gewässerentwicklung einen besonderen Beitrag. Auch ihre Arbeit im Amphibien- und Fledermausschutz hob Meyer gezielt hervor.
Weitere Grußworte hielten Christoph Kundler für den Landkreis Rotenburg, Georg Bosselmann für die Niedersächsischen Landesforsten sowie Marje Gräfe, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Rotenburg. Anschließend lud die ÖNSOR zu einer großen Kaffeetafel ein. Die Gäste hatten außerdem die Gelegenheit, die Stationsräume und zwei Ausstellungen der ÖNSOR zu besichtigen.
Bei ihrer Arbeit legt die ÖNSOR besonderen Wert auf enge Zusammenarbeit und Austausch mit möglichst vielen Akteuren. Sarina Pils freute sich deshalb, dass mehrere Projektpartner mit kleinen Informationsständen vertreten waren. Sie erklärte: „Viele Naturschutzflächen, insbesondere artenreiches Grünland, Streuobstwiesen oder Heideflächen können nur durch eine extensive Nutzung erhalten und entwickelt werden“.
Anlässlich der Feierlichkeit brachte der Biobetrieb Hehmsoth einige Schafe und Ziegen mit. Mit freundlicher Genehmigung des Forstamtes grasten die Tiere auf der Streuobstwiese und machten anschaulich, wie Landschaftspflege durch Hütebeweidung funktionieren kann. Vor Ort beantwortete der Betrieb Fragen zu diesem Thema.
Auch Heiko Gerken, der mit seinen Angler-Rindern Naturschutzflächen des Landkreises Rotenburg pflegt und Wolfgang Schüßler, regionaler Sprecher der Gesellschaft zum Erhalt alter Haustierrassen, informierten über den Einsatz alter Rassen in der Landschaftspflege. Am Stand von Stephan Krümpelmann ging es um Möglichkeiten der Flächenentwicklung durch Heckrinder. Fabian Koeneke stellte vor, wie Streuobstwiesen durch Nutzung und Vermarktung erhalten werden können. Holger Wolter von der Firma Biber, der die ÖNSOR seit Jahren mit Rat und Tat sowie ehrenamtlichem Engagement unterstützt, beantwortete am stationseigenen Stachelwalzenbalkenmäher Fragen zum Einsatz der Maschine in der Flächenpflege.